Gegen Schäden durch Marderbisse bieten einige Versicherer generell keinen Schutz, andere wiederum nur in den teureren Tarifen und manche in allen ihren angebotenen Tarifen zur KFZ-Versicherung. Enthalten die Versicherungsbedingungen keine entsprechende Formulierung, zahlt der Versicherer bei Marderbissschäden in der Regel nichts. Daher sollten Interessenten darauf achten, dass im Vertrag explizit ausgewiesen ist, dass die Versicherung die Kosten für Schäden durch Marderbisse übernimmt.
Für welche Schäden und in welchem Rahmen diese Kosten übernommen werden, ist ebenfalls sehr unterschiedlich. Mitunter sind nur direkte Schäden an Kabeln, Schläuchen, Manschetten oder Bremsleitungen versichert. Ob die Versicherung in diesem Fall überhaupt zahlen muss, hängt auch von der vereinbarten Selbstbeteiligung ab. Oft liegen die Schadenssummen in diesen Fällen unter der Selbstbeteiligung, sodass der Versicherte keine Versicherungsleistung erwarten kann.
Weitreichender und teurer sind jedoch die Folgeschäden. Da ein Marderbiss anfangs meist unbemerkt bleibt, können beispielsweise der Motor oder der Katalysator beschädigt werden. Ob die Kosten für die Reparatur von der Versicherung übernommen werden und bis zu welcher Höhe, hängt wiederum vom einzelnen Versicherer beziehungsweise vom gewählten Tarif ab. Viele Versicherer übernehmen die Kosten für diese Folgeschäden nicht, andere nur bis zu einem relativ geringen Höchstbetrag.
Mitunter gibt es Auseinandersetzungen darüber, ob es sich bei einem Marderbissschaden um einen direkten Schaden oder einen Folgeschaden handelt. Wenn zum Beispiel nur ein Kabel beschädigt wurde, welches aber nicht einzeln, sondern nur in Verbindung mit einem anderen Teil ausgetauscht werden kann, so muss die Versicherung die gesamten Kosten für die Instandsetzung begleichen, auch wenn nur direkte Schäden versichert waren. Voraussetzungen sind in diesem Fall, dass der Schaden nicht anders behoben werden kann und dass ein direkter Zusammenhang mit einem Marderbiss besteht.
Wie unterschiedlich die einzelnen, konkreten Versicherungsbedingungen sind, zeigen folgende Beispiele, die auf Angaben der Anbieter beruhen: Bei der Cosmos Direkt sind Folgeschäden durch Marderbisse abgesichert, allerdings nur im Comfort Tarif, der Basis-Tarif bietet generell keinen Schutz gegen Marderbiss. Die Zurich Versicherung versichert direkte Schäden in beiden angebotenen Tarifen und im Top-Tarif auch Folgeschäden bis 3.000 Euro. Und bei der Itzehoer Versicherung kann man sich mit dem Top-Drive-Tarif gegen Folgeschäden von Marderbissen bis zu einer Höhe von 50.000 Euro versichern. (24/03/2011)
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